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Was tun bei Kündigung?


Manchmal, wenn man die Kündigung in den Händen hält, hat man sie bereits erwartet. Häufig kommt es aber als Überraschung oder Schock. Trotzdem ist es wichtig, nach dem Ausspruch der Kündigung – oder auch nur deren Androhung durch den Arbeitgeber – einen ruhigen Kopf zu bewahren. Einige Dinge sollte man wissen oder möglichst gleich erledigen, da einem andernfalls Nachteile drohen können.

  1. Wichtig für den Arbeitnehmer zu wissen ist, dass nur ein unterschriebenes Original der Kündigung eine wirksame Kündigung darstellt. Kopien, E-Mails, SMS oder Ähnliches sind insofern unwirksame Kündigungen. Gleiches gilt für den Fall, dass die Kündigung nicht eigenhändig unterschrieben wurde. In diesen Fällen sollten Sie dem Arbeitgeber weiterhin Ihre Arbeitskraft anbieten und umgehend sachverständigen Rat suchen.

  2. Auch die Zustellung der Kündigung ist nicht jederzeit und auf jede Art und Weise zulässig: Der Arbeitgeber muss damit rechnen, dass man seinen Briefkasten nur morgens oder bestenfalls am frühen Nachmittag noch öffnet. Wird die Kündigung später eingeworfen, so ist sie erst am nächsten Tag zugegangen. Entsprechend muss man dann auch einem Boten nicht mehr die Tür öffnen. Ebenso ist man nicht verpflichtet, ein Einschreiben, das in der eigenen Abwesenheiten nicht zugestellt werden konnte, zeitnah bei der Post abzuholen. In allen genannten Fällen können ein Tag oder einige Tage genau die Zeitspanne ausmachen, die nötig ist, um die Kündigungsfrist um einen Monat oder mehr in die Zukunft zu verlängern.

  3. Unterschreiben sie nichts! Häufig bitten Arbeitgeber darum, den Erhalt der Kündigung zu quittieren oder Ähnliches. Gelegentlich wird auch direkt bei Übergabe der Kündigung ein Auflösungsvertrag angeboten. In beiden Fällen gilt: Sie sind nicht dazu verpflichtet soetwas zu unterschreiben. selbst wenn der Arbeitgeber die Kündigung per Boten zustellen lässt, ändert dies nichts. Unterschreiben Sie nichts (und quittieren Sie auch nichts) und lassen Sie sich nicht zu übereilten Entscheidung drängen, sondern durchdenken Sie die Angelegenheit gründlich und suchen Sie lieber sachverständigen Rat.

  4. In den meisten Fällen richtet sich die Kündigungsfrist nach § 622 BGB. Längere Kündigungsfristen können jederzeit vereinbart werden. Insbesondere kann auch vereinbart werden, dass auch für den Arbeitnehmer längere Kündigungsfristen gelten, solange diese den Fristen für den Arbeitgeber entsprechen. Eine Verkürzung der in § 622 BGB genannten Fristen ist jedoch ausschließlich durch Tarifvertrag möglich.

  5. Drei Wochen nach dem Erhalt der Kündigung endet die gesetzliche Kündigungsschutzfrist. Spätestens bis zu diesem Zeitpunkt muss Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht erhoben worden sein. andernfalls gilt die Kündigung als von Anfang an wirksam – unabhängig davon, ob sie tatsächlich rechtmäßig war. Nur in begründeten Ausnahmefällen, wenn man die Dreiwochenfrist tatsächlich nicht einhalten konnte, ist auch noch danach eine Erhebung der Kündigungsschutzklage möglich.

  6. Urlaub oder Krankheit können Ausnahmen sein. Hierauf darf man sich jedoch nicht verlassen! Auch eine im Urlaub zugestellte Kündigung oder eine während einer Krankheit ausgesprochene Kündigung lösen im Regelfall die Kündigungsschutzfrist von drei Wochen aus. Hat man daher eine Kündigung während Urlaub oder Krankheit erhalten, so sollte man möglichst umgehend einen Rechtsanwalt aufsuchen, zumal man dann häufig nicht genau weiß, wann die Kündigung einem tatsächlich zuging.

  7. Außerdem muss man sich nach einer Kündigung in der Regel  am nächsten Tag, spätestens aber drei Monate vor dem Wirksamwerden der Kündigung bei der Agentur für Arbeit arbeitssuchend melden. Andernfalls droht hier eine Sperrfrist für das Arbeitslosengeld. Hierfür benötigt man:
     - den Personalausweis
     - die Lohnsteuerkarte
     - den Sozialversicherungsausweis
     - evtl. Nachweise über früher gezahltes Geld durch das Arbeitsamt
     - Arbeitsnachweis über die letzten 12 Monate (Das Formular wird i.d.R.
       Ihr Arbeitgeber direkt von der Agentur für Arbeit erhalten.).
    Mehr hierzu erfahren Sie auf der Homepage der Agentur für Arbeit.

  8. Um sich sogleich bewerben zu können, haben Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein qualifiziertes, ihrem beruflichen Fortkommen dienliches Zwischenzeugnis.

  9. Sollten Sie anwaltliche Beratung in Anspruch nehmen wollen, so sollten Sie zum ersten Gespräch am Besten bereits die folgenden Unterlagen mitbringen:
     - den Arbeitsvertrag bzw. die Arbeitsverträge
     - das Kündigungsschreiben
     - vorangegangene oder sonstige Abmahnungen
     - die Stellungnahme des Betriebsrats (sofern es einen solchen gibt)
     - die letzten drei Entgeltabrechnungen
     - ggf. Betriebsvereinbarungen und anwendbare Tarifverträge
     - ggf. die Rechtsschutzversicherungspolice
    Dann können wir Ihnen möglichst sofort und ohne weitere Umschweife weiterhelfen.


Wenn Sie sich an diese einfachen Ratschläge halten, können Sie das Beste aus der Situation machen. Bereits die oben genannten Hinweise zeigen, dass das Arbeitsrecht sehr formal und voller Fallen steckt. Häufig sprechen Arbeitgeber daher unwirksame oder zumindest teilweise falsche Kündigung aus. Vor diesem Hintergrund bietet sich dann die Möglichkeit die Weiterbeschäftigung oder eine Abfindung durchzusetzen. Außerdem kann man nach dem Ausspruch der Kündigung durch den Arbeitgeber auch die Ansprüche geltend machen, bei denen man sich zuvor im Interesse des Arbeitsverhältnisses zurückgehalten hat.


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